In Memory
Rick Innemann
1958 - 2007

artiste - peintre
Der Künstler gibt einen Einblick in seinen farbig-plakativen und kraftvollen, zwischen Abstraktion und symbolträchtiger Ausdruckskraft pendelnden Stil. Seit acht Jahren arbeitet der 46-Jährige als freischaffender Künstler und hat nichts Geringeres vor, als mit großformatigen Werken >>Deutschlands bekanntester Autodidakt zu werden<<. Von einem kunsttheoretischen Überbau hält Innemann nicht viel: >>Ich male aus dem Bauch heraus.<< In Sachen Arbeitstechnik ist der in der Schweiz geborene umtriebige Mann jedoch Perfektionist: Der Dekorateur hat sich in Graphik, Siebdruck, Bühnentechnik, Holzbau und Malerei weitergebildet. Aus dem >>Eurotrotter<<, der in seiner Flower-Power-Zeit rastlos durch die Lande reiste und seinen Wohnsitz fast so oft wechselte wie ein Chamäleon die Farbe, ist vor fünf Jahren ein ortsfester Familienvater geworden. Er arbeitete auch bei der Rehabilitations-Einrichtung Haus Wiesengrund in Alpirsbach / Reinerzau im Bereich Sport- und Erlebnispädagogik. Der Künstler ist mittlerweile Spezialist für 2,5 dimensionale Werke. Viele Bilder Innemanns haben surrealistische Züge. Abstrakte Farbkompositionen mit fließenden Übergängen sind ebenso darunter wie ein grünlich-agressiver Akt (>>Vamp<<). Oft thematisiert der Paintartist Visionen vom Menschen gemachten Untergang der Welt, etwa in dem Bild >>Flügelschlag<<: Neben einer modernen Kuppelstadt breitet sich eine Wüste aus, darüber fliegt riesenhaft ein trauriger Vogel. Innemann verbindet nicht nur bei diesem Werk kraftvollen Schwung mit akkuratem Pinselstrich und einem sensiblen Gespür für Farben und Formen. Seelische Momentaufnahmen sind dagegen die Bilder, die derKünstler beim Actionpainting auf die Leinwand bringt. Statt 100 Stunden wie bei der >>Konsequenz<< arbeitet er an einem solchen Werk nur etwa 60 Minuten. Innemann malt übrigens nur auf Leinwand. Bei aller stilistischen Experimentierfreude - beim Handwerkszeug und in Sachen Qualität ist der Mann mit der Frank-Zappa-ähnlichen Haar- und Bartpracht sehr konservativ. >>Ich bin ein penibler Maler<<, sagt Innemann und distanziert sich von angeblich modernen >>Schnell-schnell-Klatschern<<: >>Ich arbeite meistens mit der Pinzette, nicht mit der Bürste.<< Die Schärfe der Konturen und Kontraste gibt vielen Bildern eine magnetische, fast fotografisch scharfe Ausdruckskraft. Allerdings eine merkwürdig unaufdringliche, manchmal unterkühlte: Hier wird im wahrsten Wortsinn dick aufgetragen, ohne das die Bilder im fettfarbigen Klitsch abgleiten.
Die wahre Kunst besteht darin,
dass einfaches einfach bleibt!
Innemann

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